nach oben
Thomas Maulbetsch - Fachanwalt für Erbrecht in Obrigheim bei Mosbach

Auslandserbrecht: Spanien

Erbrechtsfälle mit Bezug nach Spanien stellen an den Berater hohe Anforderungen. Viele Deutsche besitzen Häuser in Spanien, insbesondere auf der Ferieninsel Mallorca, bzw. viele ehemalige spanische Gastarbeiterfamilien leben mittlerweile in der 2. Generation in Deutschland und haben sich Eigentum in Deutschland erarbeitet.

In Spanien und Deutschland gilt seit dem 17.08.2015 die sog. Europäische Erbrechtsverordnung (EuErbVO). Diese besagt, dass der "letzte gewöhnliche Aufenthaltsort" das anzuwendene Erbrecht bestimmt. Dies bedeutet, dass bei einem Erbfall eines deutschen Urlaubers in Spanien, deutsches Erbrecht zur Anwendung kommt. Verstirbt ein spanischer Bürger, der seit Jahren in Deutschland lebt, wird ebenso deutsches Erbrecht angewendet. Spannend ist jetzt die Frage, nach welchem Recht die sog. Mallorca-Rentner beerbt werden. Dies muss die Rechtsprechung entscheiden!

Problematisch ist weiter, dass es in Spanien 9 Foralrechtsgebiete gibt, die teilweise unterschiedliche Rechtsfolgen in Bezug auf Erbrechtsfälle beinhalten.

Des Weiteren ist zu beachten, dass es in Spanien verboten ist, gemeinschaftliche Ehegattentestamente oder Erbverträge zu erstellen. Davon existieren wiederum teilweise Ausnahmen, die in der Regel im Zusammenhang mit Eheverträgen stehen.

Hier gilt es für den anwaltlichen Berater sicherzustellen, dass die Wünsche und Vorstellungen der Mandanten richtig umgesetzt werden. Die Folgen eines nicht ordnungsgemäß erstellten Testaments ohne Berücksichtigung der anzuwendenden erbrechtlichen Regelungen können katastrophal sein und den Familienfrieden zerstören bzw. zu erheblichen Erbschaftsteuerbelastungen führen. Durch kompetente Partner in Spanien ist es uns möglich, Sie bei einem Erbfall zu begleiten bzw. das für Sie optimale Testament hier in Deutschland zu erstellen.

Die EU-Kommission hat am 16.2.2011 Spanien aufgefordert, das Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht zur weiteren Vermeidung von europarechtswidrigen Diskriminierungen umzugestalten. Spaniewn hat diese Aufforderung ignoriert. Die EU-Kommission hat deshalb am 27.10.2011 beschlossen, ein Vertragsverletzungsverfahren vor dem EuGH einzuleiten.


In Kooperation mit:

Netzwerk Deutscher Erbrechtsexperten e.V. Netzwerk Deutscher Testamentsvollstrecker e.V. Mediation im Erbrecht
Empfohlen durch:

WWF Christoffel Blindenmission Verband Wohneigentum e.V. OM Deutschland GBA Ships Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg e.V.
Diese Website nutzt Cookies, um die bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Mehr Informationen