Thomas Maulbetsch - Fachanwalt für Erbrecht in Obrigheim bei Mosbach

Erbrecht mit Auslandsbezug

Einführung

Vielfach haben deutsche Mitbürger Vermögensgegenstände im Ausland, die beim Tod in den Nachlass fallen. Dies kann z.B. die Finca auf Mallorca oder das Bankkonto auf einer schweizer Bank sein.

Des Weiteren versterben viele Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland. Auch hinterlassen Ausländer mit einem Wohnsitz im Ausland bei ihrem Tod Grundstücke oder Geld in Deutschland.

Hier stellt sich immer die Frage, welches Erbrecht welches Staates dieser Erde anzuwenden ist?

Leider kann diese Frage nicht einheitlich beantwortet werden.

Es muss vorab aufgeklärt werden, welches sog. Güterstatut nach § 15 EGBGB zur Anwendung kommt. Dieses wird bereits bei der Eheschließung festgelegt und ist aus deutscher Sicht nicht wandelbar. Dieses Güterstatut bestimmt dann eventuell andere Erbquoten als das anschließend festgestellte anzuwendende Erbrecht eines anderen Staates. Hier gilt es danach, diese Unterschiede fachkundig zu lösen.

Somit sind wichtige Vorfragen, welche Staatsangehörigkeiten der Erblasser hatte bzw. ob der Erblasser verheiratet war und ob ein Ehevertrag mit auch immer welchen Folgen vorlag.

Danach muss anhand der internationalen Regelungen festgestellt werden, welches Erbrecht welches Staates anzuwenden ist. Innerhalb der Länder der EU, mit Ausnahme von Großbritannien, Dänemark und Irland, ist aufgrund der Europäischen Erbrechtsverordnung (EuErbVO) seit dem 17.08.2015 Ausgangspunkt hierfür der sog. "letzte gewöhnliche Aufenthaltsort" des Erblassers. Dieser entscheidet dann über die Anwendbarkeit der erbrechtlichen Regelungen.

Anschließend muss geprüft werden, ob in dem dann festgestellten materiellen Erbrecht ein erstelltes Testament oder ein vorliegender Erbvertrag überhaupt wirksam sind. Es gibt zum Beispiel im französischen Recht kein gemeinsames Ehegattentestament.

Anhand des festgestellten Erbrechts können danach u. a. Erbquoten unter Berücksichtigung des Güterstatuts bestimmt und die Abwicklung des Nachlasses durchgeführt werden.

Wichtig ist auch zu beachten, dass es das in Deutschland existierende Pflichtteilsrecht in einigen Staaten der Welt überhaupt nicht gibt. Der Bundesstaat Florida in den USA und Großbritannien kennen beispielsweise kein Pflichtteilsrecht.

Dass alle diese Erbrechtsfälle mit Auslandsbezug ohne sachkundige Begleitung nicht möglich sind abzuwickeln, bedarf sicherlich keiner weiteren Ausführung.

Mit den folgenden Ländern möchte ich Ihnen einen kleinen Einblick in die hochkomplexe Materie des Erbrechts mit Auslandsbezug geben.

In dem Bereich Erbrecht mit Auslandsbezug - egal mit welchen Ländern - stehe ich Ihnen gerne bei der Erstellung von Testamenten etc. und der Abwicklung von Erbfällen unterstützend zur Seite.

Wie bereits mitgeteilt, gilt seit dem 17.08.2015 die sog. EU-Erbrechtsverordnung für alle Erbfälle nach diesem Datum. Es ist jedoch als deutscher Staatsbüger, der im Ausland seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, möglich, mit einer Rechtswahl im Testament das deutsche (Heimat)Erbrecht zu wählen. Diese Rechtswahl sollte jedes Einzel- oder Ehegattentestament enthalten.


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